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Steuerung & Nachspeisung

Trinkwassernachspeisung für die Zisterne: automatische Nachspeisung im Vergleich 2026

Automatische Trinkwassernachspeisung für die Zisterne im Vergleich 2026: Nachrüst-Sets, Hauswasserzentralen & freier Auslauf nach DIN EN 1717 – mit realen Preisen.

Wandmontierte Trinkwassernachspeisung im Technikraum: Magnetventil an der Trinkwasserleitung und freier Auslauf mit Edelstahl-Trichter, daneben grün gekennzeichnete Regenwasserleitungen
Pflicht bei
Hausnutzung (WC & Waschmaschine)
Norm
DIN EN 1717 · freier Auslauf
Nachrüsten
ab ~235 €
Komplettzentrale
ab ~1.200 €

Eine automatische Trinkwassernachspeisung ergänzt bei leerer Zisterne genau so viel Trinkwasser, dass Toilette, Waschmaschine und Garten ohne Unterbrechung weiterlaufen – gesteuert über einen Schwimmerschalter oder Sensor, der ein Magnetventil öffnet. Sobald Regenwasser im Haus genutzt wird, ist sie Pflichtausstattung: Die Zisterne läuft in jeder Trockenperiode irgendwann leer, und ohne Nachspeisung stünden WC und Waschmaschine dann buchstäblich auf dem Trockenen. Entscheidend ist das Wie: Eine direkte Verbindung oder Umschaltung zwischen Trinkwasser- und Regenwasserleitung ist in Deutschland nicht zulässig. Das Trinkwasser muss über einen freien Auslauf nachgespeist werden – einen offenen Luftspalt nach DIN EN 1717, durch den es in einen Trichter oder kleinen Vorratsbehälter fällt, ohne dass jemals Regenwasser zurück ins Trinkwassernetz gelangen kann. Auf dieser Seite vergleichen wir die drei Lösungswege mit realen Modellen und Preisen: den Nachrüst-Bausatz für Bestandsanlagen, die Füllstandsanzeige mit integrierter Nachspeisung und die Hauswasserzentrale, bei der die Nachspeisung bereits eingebaut ist. Dazu erklären wir die Normlage so weit, wie sie für die Kaufentscheidung wirklich zählt.

Kurz & knapp: Welcher Typ für wen?

  • Regenwasser nur im Garten? → Keine Nachspeisung nötig – bei leerer Zisterne wird einfach pausiert.
  • WC und Waschmaschine am Regenwasser? → Automatische Nachspeisung ist Pflichtausstattung.
  • Direkte Umschaltung per 3-Wege-Ventil? → Nicht zulässig. Erlaubt ist nur der freie Auslauf nach DIN EN 1717 (Typ AA/AB).
  • Bestandsanlage nachrüsten? → Nachspeiseeinheit (z. B. Rewatec ATN 100) oder Kombi-Anzeige (GRAF Aqua-Control+).
  • Neuanlage geplant? → Hauswasserzentrale mit integrierter Nachspeisung (ab ~1.200 €).

Unsere Empfehlungen auf einen Blick

Redaktionelle Auswahl mit Begründung – so haben wir verglichen.

Unsere Empfehlung

Rewatec

Rewatec Automatische Trinkwasser-Nachspeisung ATN 100

Beste Lösung zum Nachrüsten: normgerechter Komplett-Bausatz mit freiem Auslauf nach EN 1717, sicherer 12-V-Tankinstallation und 30 m Sensorleitung – ergänzt jede Bestandsanlage, ohne die übrige Technik anzutasten.

Preis-Leistungs-Tipp

GRAF

GRAF Aqua-Control+ mit Trinkwassernachspeisung (351021)

Die günstigste vollautomatische Lösung im Vergleich: Füllstandsanzeige und automatische Trinkwassernachspeisung in einem Gerät für gut 350 €.

ab 352 €

Zum Angebot (öffnet in neuem Tab beim Händler)

bei edinger / regenwasser.edingershops.de

Beste Komplettlösung

GRAF

GRAF Eco-Plus Hauswasserzentrale

Beste Wahl für die Neuanlage: Pumpe, Steuerung und Trinkwassernachspeisung fertig abgestimmt in einem Wandgerät fürs Einfamilienhaus.

Alle Modelle im Vergleich ↓

Produkte filtern & vergleichen

Transparenz: Die mit „Angebot ansehen" markierten Links sind teilweise Affiliate-Links. Kaufst du darüber, erhalten wir ggf. eine kleine Provision – für dich ohne Mehrkosten. Links zu Hersteller-Shops und Baumärkten sind teils unvergütet; die Auswahl beeinflusst das nicht.

So haben wir verglichen

Wir haben Nachrüst-Sets, Kombi-Anzeigen, Hauswasserzentralen und Norm-Komponenten für die Trinkwassernachspeisung nach vier gewichteten Kriterien verglichen und je Einsatzzweck eine begründete Empfehlung ausgesprochen.

Normkonformität
30 %
Freier Auslauf nach DIN EN 1717 (Typ AA/AB) und saubere Trennung von Trink- und Regenwasser.
Funktionsumfang
25 %
Automatik, einstellbare Nachspeisemenge, Füllstandsanzeige und Integration weiterer Funktionen.
Einbau & Nachrüstbarkeit
25 %
Aufwand für Montage, Leitungslängen und ob sich die Lösung in Bestandsanlagen integrieren lässt.
Preis-Leistung
20 %
Straßenpreis im Verhältnis zu Funktionsumfang und Verarbeitung.

Transparenz: Wir haben die Produkte nicht selbst im Labor oder Dauereinsatz getestet. Unser Vergleich basiert auf Hersteller-Datenblättern, technischen Anleitungen, Normanforderungen (DIN EN 1717, DIN 1989-100, TrinkwV) und aktueller Preisrecherche – deshalb sprechen wir bewusst von einem Vergleich, nicht von einem Test.

Datenbasis: Hersteller-Datenblätter, technische Anleitungen und Shop-Angaben; Preise Stand Juli 2026 · Verantwortlich:

7 von 7 Produkten

Lösungstyp
Marke
Rewatec Automatische Trinkwasser-Nachspeisung ATN 100 Nachspeiseeinheit Unsere Empfehlung

Rewatec

Rewatec Automatische Trinkwasser-Nachspeisung ATN 100

Nachrüst-Bausatz zur automatischen Trinkwasser-Nachspeisung bei Regenwassermangel – mit freiem Trinkwasserauslauf nach EN 1717 und DIN 1988.

Beste Lösung zum Nachrüsten: normgerechter Komplett-Bausatz mit freiem Auslauf nach EN 1717, sicherer 12-V-Tankinstallation und 30 m Sensorleitung – ergänzt jede Bestandsanlage, ohne die übrige Technik anzutasten.

Preis: ab 581 €

Auch erhältlich bei bausep.de (ab 658 €)

GRAF Aqua-Control+ mit Trinkwassernachspeisung (351021) Füllstandsanzeige Preis-Leistungs-Tipp

GRAF

GRAF Aqua-Control+ mit Trinkwassernachspeisung (351021)

Digitale Füllstandsanzeige kombiniert mit automatischer Trinkwassernachspeisung: Bei niedrigem Pegel öffnet das Magnetventil und speist über freien Auslauf nach.

Die günstigste vollautomatische Lösung im Vergleich: Füllstandsanzeige und automatische Trinkwassernachspeisung in einem Gerät für gut 350 €.

Preis: ab 352 €

Angebot ansehen (öffnet in neuem Tab beim Händler)

bei edinger / regenwasser.edingershops.de

Auch erhältlich bei mein-gartenshop24 (ab 525 €)

GRAF Eco-Plus Hauswasserzentrale Regenwassermanager/Hauswasserzentrale Beste Komplettlösung

GRAF

GRAF Eco-Plus Hauswasserzentrale

Hauswasserzentrale mit Saugpumpe, Schwimmerschalter und integrierter Trinkwassernachspeisung – versorgt WC, Waschmaschine und Garten vollautomatisch.

Beste Wahl für die Neuanlage: Pumpe, Steuerung und Trinkwassernachspeisung fertig abgestimmt in einem Wandgerät fürs Einfamilienhaus.

Preis: ab 1.199 €

Auch erhältlich bei mecci.de (ab 1.549 €)

WISY Freier Trinkwasser-Auslauf ½" (TW 9901) Nachspeiseeinheit

WISY

WISY Freier Trinkwasser-Auslauf ½" (TW 9901)

Anschlussfertige Trinkwassernachspeisung mit freiem Auslauf nach DIN EN 1717: Edelstahl-Trichter, 230-V-Magnetventil und Kugelhahn mit Sieb – die Norm-Komponente für selbst zusammengestellte Lösungen.

Normgerechter freier Auslauf nach DIN EN 1717

Preis: ab 235 €

Auch erhältlich bei WISY Onlineshop (ab 261 €)

WISY Regenwasserwerk Optima 5 Regenwassermanager/Hauswasserzentrale

WISY

WISY Regenwasserwerk Optima 5

Komplette Regenwasserzentrale für Ein- und Zweifamilienhäuser: Pumpe, Anlagensteuerung, Füllstandskontrolle und Trinkwassernachspeisung über 9-l-Vorratsbehälter.

Betriebsdruck ca. 5 bar, bis 70 l/min Fördermenge

Preis: ab 1.820 €

Auch erhältlich bei Regenwasser Böhm (ab 1.820 €)

Rewatec Regenwasserzentrale McRain Regenwassermanager/Hauswasserzentrale

Rewatec

Rewatec Regenwasserzentrale McRain

Regenwasserzentrale, die Hauswasserwerk, Anlagensteuerung und interne Trinkwasser-Nachspeisung in einer Einheit kombiniert – mit Notüberlauf DN 70.

Max. Fördermenge 4,2 m³/h, bis 33 m Förderhöhe

Preis: ab 1.999 €

Auch erhältlich bei Rewatec (UVP) (ab 2.215 €)

WISY Schwimmerschalter SS 10 (Nachspeisung) Schwimmerschalter

WISY

WISY Schwimmerschalter SS 10 (Nachspeisung)

Schwimmerschalter, der bei niedrigem Zisternenpegel die automatische Trinkwasser-Nachspeisung auslöst – das Gegenstück zum Trockenlaufschutz.

Steuert automatische Trinkwasser-Nachspeisung

Preis: ab 58 €

Auch erhältlich bei ABW Shop

Die Modelle im direkten Vergleich

Auswahl repräsentativer Modelle je Typ (unsere Sieger sind mit ★ markiert). Das vollständige Sortiment finden Sie filterbar im Bereich oben – dort teils mit Affiliate-Links (Kennzeichnung siehe oben).

Vergleich: Steuerung
Produkt Lösungstyp Marke Preis
Rewatec Automatische Trinkwasser-Nachspeisung ATN 100 · ★ Unsere Empfehlung Nachspeiseeinheit Rewatec ab 581 €
GRAF Aqua-Control+ mit Trinkwassernachspeisung (351021) · ★ Preis-Leistungs-Tipp Füllstandsanzeige GRAF ab 352 €
GRAF Eco-Plus Hauswasserzentrale · ★ Beste Komplettlösung Regenwassermanager/Hauswasserzentrale GRAF ab 1.199 €
WISY Freier Trinkwasser-Auslauf ½" (TW 9901) Nachspeiseeinheit WISY ab 235 €
WISY Regenwasserwerk Optima 5 Regenwassermanager/Hauswasserzentrale WISY ab 1.820 €
WISY Schwimmerschalter SS 10 (Nachspeisung) Schwimmerschalter WISY ab 58 €
Produkt
Rewatec Automatische Trinkwasser-Nachspeisung ATN 100 · ★ Unsere Empfehlung
Lösungstyp
Nachspeiseeinheit
Marke
Rewatec
Preis
ab 581 €
Produkt
GRAF Aqua-Control+ mit Trinkwassernachspeisung (351021) · ★ Preis-Leistungs-Tipp
Lösungstyp
Füllstandsanzeige
Marke
GRAF
Preis
ab 352 €
Produkt
GRAF Eco-Plus Hauswasserzentrale · ★ Beste Komplettlösung
Lösungstyp
Regenwassermanager/Hauswasserzentrale
Marke
GRAF
Preis
ab 1.199 €
Produkt
WISY Freier Trinkwasser-Auslauf ½" (TW 9901)
Lösungstyp
Nachspeiseeinheit
Marke
WISY
Preis
ab 235 €
Produkt
WISY Regenwasserwerk Optima 5
Lösungstyp
Regenwassermanager/Hauswasserzentrale
Marke
WISY
Preis
ab 1.820 €
Produkt
WISY Schwimmerschalter SS 10 (Nachspeisung)
Lösungstyp
Schwimmerschalter
Marke
WISY
Preis
ab 58 €

So funktioniert die automatische Nachspeisung

Wirkkette der automatischen Trinkwassernachspeisung an der Technikraum-Wand: Magnetventil an der Trinkwasserleitung, offener Luftspalt, Edelstahl-Trichter und Fallleitung zum Vorratsbehälter.
Die Wirkkette der automatischen Nachspeisung: Das Magnetventil öffnet bei Wassermangel, das Trinkwasser fällt durch den offenen Luftspalt in den Edelstahl-Trichter und fließt von dort zur Zisterne bzw. in den Vorratsbehälter.

Die automatische Nachspeisung überwacht den Wasserstand der Zisterne und öffnet bei Wassermangel ein Magnetventil in der Trinkwasserleitung. Das Trinkwasser fällt durch einen offenen Luftspalt – den freien Auslauf – in einen Edelstahl-Trichter oder kleinen Vorratsbehälter und steht der Pumpe sofort zur Verfügung. Sobald es wieder regnet, übernimmt automatisch das Regenwasser.

Die Wirkkette besteht aus vier Gliedern:

  • Pegel messen: Ein Schwimmerschalter in der Zisterne (z. B. der WISY SS 10) kippt bei niedrigem Wasserstand und schließt einen Kontakt – oder ein Drucksensor meldet den Füllstand prozentgenau an ein Steuergerät.
  • Ventil öffnen: Das Steuergerät öffnet ein Magnetventil (typisch 230 V, in der Zisterne oft sichere 12-V-Technik) in der Trinkwasserzuleitung.
  • Freier Auslauf: Das Trinkwasser fällt durch den Luftspalt in den Trichter und fließt über eine Fallleitung (meist DN 50) weiter – je nach System direkt in die Zisterne oder in einen kleinen Vorratsbehälter der Hauswasserzentrale (etwa 9 l beim WISY Regenwasserwerk Optima 5).
  • Bevorraten & fördern: Die Pumpe zieht aus Zisterne bzw. Behälter, die Hausversorgung läuft ohne Unterbrechung weiter.

Gute Geräte lassen die Nachspeisemenge einstellen – beim GRAF Aqua-Control+ zum Beispiel prozentgenau. Das hält den Trinkwasseranteil klein: Nachgespeist wird nur die Reserve für die nächsten Tage, der übrige Speicherplatz bleibt für den nächsten Regen frei.

Warum es keine direkte „Umschaltung“ auf Trinkwasser gibt

Querschnitt der Trinkwasser-Nachspeisung mit freiem Auslauf nach DIN EN 1717: Trinkwasser fällt durch einen offenen Luftspalt in einen kleinen Behälter, getrennt vom Regenwassersystem.
Vorgeschrieben nach DIN EN 1717: Das Trinkwasser fällt durch einen freien Auslauf (offener Luftspalt) in einen kleinen Auffangbehälter – so kann kein Regenwasser ins Trinkwassernetz zurückfließen.

Ein 3-Wege-Ventil, das die Hausleitung wahlweise mit Regen- oder Trinkwasser verbindet, ist in Deutschland nicht zulässig. Regenwasser gilt nach DIN EN 1717 als Flüssigkeitskategorie 5 – die höchste Gefährdungsstufe –, und dafür ist als Sicherungseinrichtung ausschließlich ein freier Auslauf vom Typ AA oder AB vorgeschrieben. Wer nach einer „Regenwasser-Trinkwasser-Umschaltung“ sucht, landet deshalb immer bei einer Nachspeisung über einen offenen Luftspalt.

Die rechtliche Grundlage liefert die Trinkwasserverordnung:

„Wasserversorgungsanlagen dürfen nur dann mit einer Nichttrinkwasseranlage verbunden werden, wenn die Wasserversorgungsanlagen mit einer Sicherungseinrichtung ausgestattet sind, die den allgemein anerkannten Regeln der Technik entspricht.“ – § 13 Abs. 3 TrinkwV (2023)

Die „allgemein anerkannte Regel der Technik“ ist hier genau die DIN EN 1717 (Schutz des Trinkwassers vor Verunreinigung), ergänzt um die DIN 1989-100 für Planung und Betrieb von Regenwassernutzungsanlagen. Der freie Auslauf löst die Aufgabe physikalisch statt mechanisch: Zwischen der Trinkwasserarmatur und dem höchstmöglichen Wasserspiegel des Auffangbehälters bleibt ein offener Luftspalt – ein Rückfließen oder Rücksaugen von Regenwasser ins Trinkwassernetz ist damit ausgeschlossen, selbst wenn ein Ventil klemmt oder im Netz Unterdruck entsteht. Ein Rückflussverhinderer oder Systemtrenner niedrigerer Kategorie reicht für Regenwasser ausdrücklich nicht.

Dazu kommt die Kennzeichnungspflicht (§ 13 Abs. 4 TrinkwV): Regenwasserleitungen müssen dauerhaft und unverwechselbar gekennzeichnet sein (nach DIN 2403 in Grün, RAL 6032), Zapfstellen mit dem Hinweis „kein Trinkwasser“. Alle Details zur Normlage haben wir im Ratgeber /recht/normen-din-dvgw/ zusammengefasst.

Drei Lösungswege: Nachrüst-Set, Kombi-Anzeige oder Hauswasserzentrale

Für die normgerechte Nachspeisung gibt es drei Wege: den Nachrüst-Bausatz für Bestandsanlagen (ab ~580 €), die Füllstandsanzeige mit integrierter Nachspeisung (ab ~350 €) und die Hauswasserzentrale mit eingebauter Nachspeisung (ab ~1.200 €). Welcher passt, hängt davon ab, ob bereits eine Anlage läuft und wie viel Technik ersetzt werden soll.

1. Nachrüst-Bausatz (Nachspeiseeinheit): Ein Komplettset aus Steuergerät, Magnetventil und freiem Auslauf, das die vorhandene Pumpe und Verrohrung unangetastet lässt. Die Rewatec ATN 100 ist der Referenzfall: normgerechter freier Auslauf nach EN 1717/DIN 1988, sichere 12-V-Technik im Tank und 30 m Sensorleitung für lange Wege zwischen Zisterne und Technikraum (zum Vergleich).

2. Füllstandsanzeige mit integrierter Nachspeisung: Die günstigste vollautomatische Lösung – ein Gerät zeigt den Pegel prozentgenau an und öffnet bei Wassermangel das mitgelieferte Magnetventil. Der GRAF Aqua-Control+ kombiniert beides für gut 350 €; die Pumpe muss separat vorhanden sein.

3. Hauswasserzentrale mit eingebauter Nachspeisung: Bei Neuanlagen die komfortabelste Lösung: Pumpe, Druckaufbau, Füllstandskontrolle und Nachspeisung sitzen fertig abgestimmt in einem Wandgerät – etwa GRAF Eco-Plus, WISY Optima 5 oder Rewatec McRain. Mehr zu den Zentralen und zur übrigen Steuerungstechnik im Überblick /produkte/steuerung/.

Eigenbau aus Einzelkomponenten: Wer Elektrik und Sanitär beherrscht, kombiniert einen freien Trinkwasser-Auslauf (z. B. WISY TW 9901, ab ~235 €) mit einem Schwimmerschalter zur Nachspeisung (WISY SS 10, ~58 €). Das ist mit unter 300 € der günstigste Weg zur normgerechten Nachspeisung – allerdings ohne Füllstandsanzeige und nur sinnvoll, wenn die Installation fachgerecht ausgeführt wird.

Einbau, Anzeigepflicht & typische Fehler

Die Nachspeisung wird im Technikraum zwischen Trinkwasseranschluss und Zisterne bzw. Vorratsbehälter montiert, die Pegelmessung sitzt im Tank. Zwei Pflichten kommen dazu: Die Regenwassernutzungsanlage muss dem Wasserversorger vor der Errichtung mitgeteilt werden, und alle Leitungen sind dauerhaft als „kein Trinkwasser“ zu kennzeichnen.

Montage-Punkte, die in der Praxis zählen:

  • Magnetventil und freier Auslauf frostfrei montieren (Technikraum oder gedämmter Schacht), den Trichter-Ablauf (meist DN 50) mit Gefälle verlegen.
  • Sensor- bzw. Schalterleitungen reichen bei den verglichenen Geräten 20–30 m – das genügt für die meisten Grundstücke; die Länge vor dem Kauf am Lageplan prüfen.
  • In der Zisterne arbeitet gute Technik mit sicherer 12-V-Niederspannung (z. B. Rewatec ATN 100); 230-V-Komponenten bleiben im Haus.
  • Die Nachspeisemenge bewusst klein einstellen: Nachgespeist wird nur die Reserve für wenige Tage, damit der Speicher für den nächsten Regen frei bleibt.

Anzeigepflicht nicht vergessen: Nach § 3 Abs. 2 AVBWasserV muss der Betreiber dem Wasserversorgungsunternehmen die Eigengewinnungsanlage vor der Errichtung mitteilen und sicherstellen, dass keine Rückwirkungen ins öffentliche Netz möglich sind – genau das leistet der freie Auslauf. Viele Kommunen verlangen zusätzlich einen separaten Zähler, weil das über die Toilette entsorgte Regenwasser abwassergebührenpflichtig ist. Die Melde- und Gebührendetails stehen im Ratgeber /recht/rechtliche-grundlagen/.

Typische Fehler, die wir immer wieder sehen:

  • Ein Gartenschlauch, der bei Trockenheit dauerhaft in die Zisterne hängt – ohne Luftspalt-Sicherung ein Verstoß gegen DIN EN 1717 und im Alltag schlicht unzuverlässig.
  • Ein Magnetventil, das direkt in die Regenwasserleitung verrohrt wird: Auch mit Rückschlagklappe ist das keine zulässige Sicherungseinrichtung für Kategorie 5.
  • Fehlende Kennzeichnung der Leitungen und Zapfstellen – bei einer Kontrolle des Gesundheitsamts der häufigste Beanstandungspunkt.

Welche Trinkwassernachspeisung passt zu mir?

Bestandsanlage ohne Nachspeisung: Der Nachrüst-Bausatz ist der direkteste Weg – die Rewatec ATN 100 (~580 €) ergänzt eine normgerechte Nachspeisung, ohne Pumpe oder Verrohrung anzutasten. Sie ist unsere Empfehlung für alle, die eine laufende Anlage fit für die Hausversorgung machen wollen.

Füllstand ablesen und nachspeisen in einem: Wer ohnehin eine elektronische Füllstandsanzeige nachrüsten möchte, nimmt die Kombi-Lösung: Der GRAF Aqua-Control+ (~350 €) misst den Pegel prozentgenau und speist automatisch nach – die günstigste vollautomatische Lösung im Vergleich.

Neuanlage oder Komplett-Modernisierung: Eine Hauswasserzentrale mit integrierter Nachspeisung (GRAF Eco-Plus ab ~1.200 €, WISY Optima 5, Rewatec McRain) vereint Pumpe, Steuerung und Nachspeisung in einem Wandgerät. Das ist die übliche Lösung im Neubau – abgestimmter Betrieb, ein Ansprechpartner, ein Gerät. Welche Zentrale zu Förderhöhe und Leitungsweg passt, zeigt der Überblick /produkte/steuerung/.

Eigenbau für Versierte: Freier Trinkwasser-Auslauf (WISY TW 9901, ab ~235 €) plus Schwimmerschalter (WISY SS 10, ~58 €) ergeben die günstigste normgerechte Nachspeisung – ohne Anzeige-Komfort und nur bei fachgerechter Elektro- und Sanitärinstallation. Im Zweifel gehört die Trinkwasserseite in die Hände eines Installateurs.

Noch keine Zisterne? Dann zuerst Speichergröße und Tank klären – unser Vergleich /produkte/zisternen/ hilft bei der Auswahl.

Häufig gestellte Fragen

Warum erfolgt die Trinkwasser-Nachspeisung über einen freien Auslauf?

Ein freier Auslauf ist ein offener Luftspalt zwischen Trinkwasserarmatur und Auffangbehälter. Dadurch besteht keine geschlossene Verbindung zwischen Trinkwasser- und Regenwasserleitung, sodass kein Regenwasser zurück ins Trinkwassernetz fließen kann. DIN EN 1717 stuft Regenwasser als Flüssigkeitskategorie 5 ein und schreibt dafür genau diese Sicherung (Typ AA/AB) vor. Eine direkte Umschaltung von Regen- auf Trinkwasser ist verboten.

Darf ich Regenwasser und Trinkwasser mit einem 3-Wege-Ventil umschalten?

Nein. Jede mechanische Umschaltung – 3-Wege-Ventil, Kugelhahn-Weiche oder Magnetventil mit Rückschlagklappe – stellt eine Verbindung zwischen Trinkwasser- und Regenwasserleitung her und ist nach § 13 Abs. 3 TrinkwV in Verbindung mit DIN EN 1717 unzulässig. Für Regenwasser (Flüssigkeitskategorie 5) ist als einzige Sicherungseinrichtung ein freier Auslauf vom Typ AA oder AB zugelassen: Das Trinkwasser fällt durch einen offenen Luftspalt in einen Behälter, ein Rückfließen ist physikalisch ausgeschlossen.

Manuelle oder automatische Nachspeisung – was ist besser?

Für eine zuverlässige Hausversorgung ist die automatische Nachspeisung klar zu bevorzugen: Sie überbrückt Trockenphasen ohne Eingreifen und verhindert, dass WC oder Waschmaschine ohne Wasser dastehen. Eine rein manuelle Lösung (Schlauch in die Zisterne) ist fehleranfällig und wird in der Praxis nur als Notbehelf genutzt. Wichtig ist in beiden Fällen der normgerechte freie Auslauf nach DIN EN 1717.

Wie viel Trinkwasser verbraucht die automatische Nachspeisung?

So wenig wie nötig: Gute Geräte speisen nur eine kleine, einstellbare Reserve nach – beim GRAF Aqua-Control+ lässt sich die Nachspeisemenge prozentgenau festlegen, Hauswasserzentralen arbeiten mit kleinen Vorratsbehältern von etwa 9 Litern. In einem durchschnittlichen Jahr deckt das Regenwasser den Großteil des Bedarfs; Trinkwasser fließt nur in längeren Trockenphasen. Wer die Nachspeisemenge klein hält, lässt zudem Speicherplatz für den nächsten Regen frei.

Muss ich die Nachspeisung dem Wasserversorger melden?

Ja. Nach § 3 Abs. 2 AVBWasserV muss der Kunde dem Wasserversorgungsunternehmen die Errichtung einer Eigengewinnungsanlage – dazu zählt die Regenwassernutzungsanlage – vorab mitteilen und sicherstellen, dass keine Rückwirkungen ins öffentliche Netz möglich sind. Zusätzlich verlangen viele Kommunen einen separaten Zähler, weil das über WC oder Waschmaschine entsorgte Regenwasser abwassergebührenpflichtig ist. Die Details regelt die örtliche Satzung.

Kann ich eine Nachspeisung an eine bestehende Anlage nachrüsten?

Ja, das ist der häufigste Fall. Ein Nachrüst-Bausatz wie die Rewatec ATN 100 ergänzt Steuergerät, Magnetventil und freien Auslauf, ohne Pumpe oder Verrohrung anzutasten. Alternativ kombiniert eine elektronische Füllstandsanzeige mit Nachspeisefunktion (GRAF Aqua-Control+) Pegelmessung und Nachspeisung in einem Gerät. Wichtig bei der Planung: die Leitungslänge zwischen Zisterne und Technikraum (mitgelieferte Sensorleitungen: 20–30 m) und ein frostfreier Montageort für Ventil und Trichter.